Predigten

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22.03.2020 Warum ein Aha-Glaube nicht trägt

29.03.2020 Wie wir zur Ruhe finden

PDF Bibelverse, die Kraft geben können

 

Predigtreihe Beten lernen von Jesus – Das Vaterunser

1 Vater

2 Geheiligt

3 Dein Reich

4 Dein Wille

5 Unser Brot

6 Vergib uns

 

Predigt vom 15.3.2020 2.Tim 1,7-10

2. Timotheus 1,7-10 NGÜ:
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Bekenne dich daher ohne Scheu zu unserem Herrn, und schäme dich auch nicht, zu mir zu stehen, nur weil ich ein Gefangener bin – ich bin es ja um seinetwillen! Sei vielmehr auch du bereit, für das Evangelium zu leiden. Gott wird dir die nötige Kraft geben. Er ist es ja auch, der uns gerettet und dazu berufen hat, zu seinem heiligen Volk zu gehören. Und das hat er nicht etwa deshalb getan, weil wir es durch entsprechende Leistungen verdient hätten, sondern aufgrund seiner eigenen freien Entscheidung. Schon vor aller Zeit war es sein Plan gewesen, uns durch Jesus Christus seine Gnade zu schenken, und das ist jetzt, wo Jesus Christus ´in dieser Welt` erschienen ist, Wirklichkeit geworden. Er, unser Retter, hat den Tod entmachtet und hat uns das Leben gebracht, das unvergänglich ist. So sagt es das Evangelium,

Predigt
Was hält in unserem Leben? Was trägt wirklich angesichts schwerer Zeiten? Was ist dein Fundament im Leben? Diese Fragen sind wichtig, dass wir sie uns stellen angesichts der Krise, die Europa und auch unser Land erfasst hat. Auf einmal ist nichts mehr normal. Die Spaßgesellschaft hat ein Problem, der der Spaß hat ein Loch. Wir haben auf einmal nicht mehr alles im Griff. Wir können nicht so planen wie bisher, sondern der alte Spruch, den früher die Menschen sagten, wird auf einmal wieder aktuell: So Gott will und wir leben. Das gilt eigentlich immer für unser Leben. Aber jetzt wird es wieder klar deutlich, dass es so ist. Unser Leben ist zerbrechlich. Wir leben in einer unsicheren Welt. Wie gehen wir damit um? Was gibt uns Sicherheit? Woran können wir uns halten?

Jede Krise ist auch eine Chance. Die Frage ist: Was mache ich daraus? Bringt es mich weiter, vielleicht sogar einen ganz entscheidenden Schritt? Oder stehe ich in der Gefahr, dass es mich aus der Bahn wirft? Was mache ich daraus? Die Chance, die in diesen Tagen liegt, ist, dass wir zur Besinnung kommen können und uns ehrlich einmal fragen, was in unserem Leben wirklich zählt. Feste wurden abgesagt, Sportereignisse abgeblasen usw. Wir merken, dass es Wichtigeres im Leben gibt. Wir haben die Chance, unsere Prioritäten, das was uns am wichtigsten im Leben erscheint, neu zu überdenken. Was trägt dich, wenn vieles nicht mehr trägt?

Immer mehr Menschen in unserem Land werden gelähmt von Angst. Immer mehr greift es um sich. Was kommt auf uns zu? Was wird werden? Was macht es mit der Wirtschaft? Mit unserem Ersparten? Mit unseren Arbeitsstellen usw. Viele machen sich Gedanken…
Jetzt heißt es hier: V7: Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben.
Darf ich als Christ keine Angst haben, oder? So nach dem Motto: „Wer glaubt, fürchtet sich nicht. Wer glaubt, ist nie deprimiert, sondern immer gut drauf. Egal, was passiert?“
Aber das stimmt nicht. Jesus sagt einmal: In der Welt habt ihr Angst. Das stellt er fest. Es ist so. Es gibt immer wieder Dinge, die uns Menschen Angst machen. Dem einen mehr, dem anderen weniger. Und Jesus weiß, dass es so ist. Er hat nicht versprochen, uns aus diesen Situationen herauszunehmen. Deswegen sagt er: In der Welt habt ihr Angst. Doch dann macht er keinen Punkt, sondern setzt ein Aber dagegen. Wenn wir ABER sagen, dann relativiert das immer das vorangegangene. ABER seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Jesus macht deutlich: Es ist normal, wenn Ängste kommen, ABER in euren Ängsten erinnert euch, dass ich da bin. Das ändert alles! Da steht alles unter einem anderen, neuen Vorzeichen!

Und genau das meint das Wort hier: Vergiss nicht, wer du bist als Christ und welche Möglichkeiten dir zu Verfügung stehen.

Es ist die Frage, worauf wir unseren Blick richten. Auf das, was uns Sorgen und Angst machen will oder auf unseren großen, mächtigen Gott, der alles in seiner Hand hat? In einem Lied heißt es: Alle Augen auf dich, den Gott, der größer ist. Genau das ist die Blickrichtung für Christen. Dazu müssen wir uns aber immer wieder neu entscheiden. Jeden Tag, jede Stunde. Warum? Weil Sorgen und Probleme automatisch unseren Blick anziehen und uns unruhig machen wollen. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns entscheiden: Nein, egal, was mein Gefühl sagt, ich vertraue Gott. Ich bin in seiner Hand. Ich lasse mich nicht von meiner Angst bestimmen und lähmen, sondern ich schaue auf Gott.

Wenn ich das tue, werde ich drei Dinge geschenkt bekommen: sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (V7)
Kraft. Der Begriff „Kraft“ ist eng verbunden mit dem Evangelium. Am Anfang des Römerbriefs schrieb Paulus: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes“ (Römer 1,16). Kraft im Griechischen heißt dynamis. Der Geist Gottes hat etwas dynamisches. Er setzt in Bewegung. Das Evangelium verändert Menschen. Es setzt Menschen in Bewegung. Die Bibel berichtet, wie stark die Kraft des Evangeliums ist. Kranke werden gesund. Verlorene gefunden. Trauernde getröstet. Zerbrochene heil. Dieses Evangelium hat eine ungeheure Power. Auf diese Kraft können wir uns verlassen, denn sie ist nicht endlich wie Menschenkraft, sondern unendlich wie Gott. Wenn wir uns von dieser Kraft leiten lassen, dann wird die Stimme der Ängstlichkeit leise und unbedeutend. Aber diese Kraft haben wir nicht aus uns selbst, sondern durch Gott. Von ihm müssen wir sie uns immer wieder neu schenken lassen. Um diese Kraft dürfen wir täglich bitten: „Herr, gib mir deine Kraft und vertreib den Geist der Ängstlichkeit in mir.“
Der Geist Gottes gibt uns diese Kraft des Evangeliums an der richtigen Stelle „Nein“ zu sagen, schwierige Lebenssituationen auszuhalten, Jesus trotz Widerstände zu bekennen…

2. Liebe. „Gott hat uns gegeben den Geist der Liebe“, schrieb Paulus. Das Evangelium zeigt uns, dass wir in Gottes großer Liebe geborgen sind. Gott liebt uns. Das ermutigt uns, selbst zu lieben und dann diese Liebe anderen Menschen weiterzugeben.
Wie oft sind wir nur auf uns bezogen, dass es uns gut geht, dass unser Leben gelingt, dass wir gut dastehen, dass wir einen Ar¬beitsplatz haben. Dass wir nicht krank werden… Ganz vorne kommen meist erst einmal wir. Irgendwie gehört das zu uns Menschen. In gewissem Maß brauchen wir das auch, um zu überleben. Aber der Geist der Liebe will uns verändern: Liebe für unsere Mitmenschen schenken, offene Augen für solche haben, die ein Lächeln, ein gutes Wort, eine helfende Hand brauchen. Liebe für die Menschen, die innerlich am Verdorren sind, weil sie keine Hoffnung mehr haben. Wenn Gott uns seinen Geist der Liebe gibt, macht er uns frei von uns selbst, frei für andere Menschen.
Es ermutigt uns auch, von Jesus und seiner Liebe zu erzählen, sogar auf die Gefahr hin, dass man uns auslacht, ablehnt oder nicht für voll nimmt.

3. Besonnenheit. „Gott hat uns gegeben den Geist der Besonnenheit“, schrieb Paulus. Was ist damit gemeint – mit Besonnenheit? Am treffendsten geben das im heutigen Sprachgebrauch die Begriffe „Selbstdisziplin“ und „Selbstkontrolle“ wieder. Es ist ein solider, nachdenklicher, geordneter Geist. Gemeint ist die Stimme des Verstandes, die nach gründlicher Prüfung unter Umständen die Stimme unserer Gefühle und andere Stimmen korrigiert. Er handelt nach dem Motto: „Prüfet alles und das Gute behaltet.“ Auch für solche Selbstkontrolle ist das Evangelium die entscheidende Leitlinie, der entscheidende Prüfmaßstab. Wer sich vom „Geist der Besonnenheit“ leiten lässt, der fragt sich: Ist mein Verhalten von der Liebe Gottes geprägt und von der Kraft des Evangeliums? Oder bin ich bestimmt von meiner Ängstlichkeit, einer blinden Panik, oder meiner Trägheit, oder einer schlechten Angewohnheit, oder von schlechten Vorbildern von Mitmenschen? Man kann den Geist der Besonnenheit auch auf die kurze Formel bringen: Wie würde sich Jesus an meiner Stelle verhalten, der ganz von Liebe und Wahrhaftigkeit durchdrungen ist?

Kraft, Liebe und Besonnenheit. Damit will Gott beschenken. Wen? Alle, die zu seinem Volk gehören.
Er ist es ja auch, der uns gerettet und dazu berufen hat, zu seinem heiligen Volk zu gehören. (V9)
Entscheidend ist, ob du gerettet und berufen bist. Gehörst du zu seinem heiligen Volk? Bist du gerettet?
Wen rettet und beruft er denn? An anderer Stelle schreibt Paulus, dass er alle Menschen will. D.h. Gott rettet und beruft alle Menschen, die sich retten und berufen lassen. Er übergeht nicht unseren Willen. Er zwingt uns nicht, aber er wirbt um uns.
Und das hat er nicht etwa deshalb getan, weil wir es durch entsprechende Leistungen verdient hätten, sondern aufgrund seiner eigenen freien Entscheidung. Schon vor aller Zeit war es sein Plan gewesen, uns durch Jesus Christus seine Gnade zu schenken, (V9b+c)
Nicht deine Leistung bringt dich zu seinem Volk. Nicht dein anständiges Leben. Nicht religiöse Pflichterfüllung. Sondern allein, wer Gottes Geschenk der Versöhnung annimmt. Das weiß man, ob man dieses Geschenk hat. Bei manchen geht es ziemlich schnell. Sie hören die Botschaft, öffnen sich und beginnen mit Gott zu leben. Bei anderen ist es ein längerer Prozess. Aber irgendwann gibt es den Punkt, wo ich das festmachen muss: Ja, ich möchte von ganzem Herzen zu diesem heiligen Volk Gottes gehören. Herr, hier bin ich. Ich möchte mit meinem ganzen Leben dir gehören. Das ist die wichtigste Entscheidung unseres Lebens. Verschieb sie nicht! Dann hast du Zugang zum Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Und dann gilt für dich, was Paulus hier noch schreibt:
Er, unser Retter, hat den Tod entmachtet und hat uns das Leben gebracht, das unvergänglich ist. (V10)
Der Tod ist entmachtet. Er ist noch Realität. Aber er hat nicht das letzte Wort. Deswegen darf er uns nicht in seinen Bann ziehen. Auch hier schaue ich auf Jesus. Er hat das Leben gebracht, das unvergänglich ist. Das ist nicht eine theoretische Glaubensformel, sondern die Realität für alle, die zu Christus gehören. In jedem Menschen, in dem Christus lebt, in dem ist dieses neue Leben schon. (Das ist übrigens auch der Grund, warum wir uns als Christen immer mehr nach der Gemeinschaft mit Gott sehnen.) Dieses neue Leben wird mit dem Tod nicht enden, sondern dann erst zur vollen Entfaltung kommen.

Das bedeutet, unser Leben hier ist nur Durchreise. Die meisten Menschen denken, das ist Endstation, aber es ist nur Durchreise. So wie beim Zelten: Zelten ist nur vorübergehend. Du schlägst nicht dein Zelt auf und wohnst darin bis zum Ende deines Lebens. Du gehst immer weiter. Jesus war unter uns – eine Zeit lang. Wir sind hier – nur eine Zeit lang. Wir zelten nur. Das ist nicht unsere Heimat.

Es geht darum, den Fokus im Leben richtig zu setzen: Den Blick auf Gott zu richten. Zu wissen, wo ich hingehöre – zum heiligen Volk Gottes. An sein Vaterherz. Dort bin ich sicher und zuhause, egal, was auf mich zukommt.

Ich bin froh zu wissen, dass Gott mich trägt. Dass ich das Tag für Tag immer wieder neu erfahren darf im Kleinen und im Großen. Ich bin auch froh zu wissen, wohin einmal meine letzte Reise gehen wird, wenn mein Zelt hier einmal abgebrochen wird. Es ist schön, zu wissen: ich habe wirklich eine Heimat. Dort werde ich erwartet.
Das Ja Gottes befreit. Wer für sich dieses Ja gelten lässt, für den gilt: Du musst dir nicht selbst den Sinn und das Fundament deines Lebens geben. Du kannst getrost weitergehen, weil ich bei dir bin. Du musst nicht fliehen vor dir selbst und dem, was dich bedrängt, was dir Angst und Sorge macht. Mit mir kann dein Leben zu einer Reise werden, dass dich in die Heimat führt. Ich, Gott selber will dich tragen, wenn du es willst.
Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (V7)
Er, unser Retter, hat den Tod entmachtet und hat uns das Leben gebracht, das unvergänglich ist. (V10b)
Amen.

Gebet: Herr Jesus Christus, du weißt, was mir bisher im Leben wichtig war. Du weißt, wie du manchmal nicht die erste Priorität hattest. Du siehst in welch unsicheren Zeit wir leben, wie morgen schon alles ganz anders sein kann. Danke, dass dein Ja über meinem Leben steht, egal was war. Ich nehme es jetzt neu für mich an. Sei du der Mittelpunkt und der Halt meines Lebens. Danke Jesus, dass du auch für mich gestorben bist, damit ich leben kann. Komm und erneuere mein Leben. Lass es mich zu deiner Ehre leben mit allem was ich tue und denke. Amen.